Jun 15, 2015

Shahin Farahzadi hat vor kurzem seine Tätigkeit bei uns aufgenommen. Neben seiner Kompetenz als Architekt bringt er vielfältige Fähigkeiten im 3D-Bereich mit und obendrein haben wir nun auch einen frisch gebackenen Preisträger in unseren Reihen. Herr Farahzadi war so freundlich, einige Fragen zu beantworten.

 Der Name verrät, dass Ihre Wurzeln nicht in Deutschland liegen. Woher stammt die Familie? Wie lange leben Sie in Deutschland?

Ich stamme ursprünglich aus dem Iran. Meine Eltern sind mit mir nach Deutschland gezogen als ich ein Jahr alt war, also vor 29 Jahren.

Welche Stationen in Ausbildung und Beruf gab es vor der Mitarbeit bei uns?

Ich arbeitete im „Architekturbüro Paul Böhm“ in Köln und unterrichtete parallel Architekten in „AutoCAD Architecture“ und „Revit“. Zeitgleich habe ich an der RWTH Aachen studiert und dort auch den Kurs „Building Information Modeling“ geleitet. Nach dem Studium war ich noch als Architekt bei „Gatermann + Schossig“ in Köln beschäftigt.

Wie hat sich Ihre Affinität zu dreidimensionalen, virtuellen Welten entwickelt? Sind sie ein Abkömmling der Spielegeneration?

Ja, ich bin damit groß geworden. Spiele, die virtuelle Welt und Architektur waren immer meine Leidenschaften; schon in der Schule befasste ich mich damit.

Als Student der Architektur kommt man um CAD nicht herum. Wie schätzen Sie den Niveau der Hochschulen in Bezug auf  3D und  Virtual Reality ein? 

Ich denke, dass die RWTH eine der wenigen Vorreiter in diesem Bereich sein dürfte. Wenn ich meine Erfahrungen mit vielen anderen Hochschulen bedenke, ist die Arbeit mit CAD und 3D in Deutschland nicht annähernd ausreichend; es gibt noch viel zu tun im internationalen Vergleich.

Mit Ihrem Diplom haben Sie den „Heinze Architekten AWARD 2015“ für Nachwuchsarbeiten gewonnen. Ganz kurz: worum geht es in ihrem Entwurf und wieso siegte er?

In meiner Masterarbeit entwarf ich das Astronomie-Museum in Chile. Ich sah die Chance, das auszudrücken, was ich unter Architektur verstehe. So versuchte ich Räume, Bilder und Emotionen zu erzeugen, die neu und bislang ungesehen sind. Übrigens sagte Max Dudler über die Arbeit, dass dies die Entwürfe von morgen seinen – das hat mich auch ein bisschen stolz gemacht. Es gab auch Juroren, die meinen Entwurf als Filmarchitektur ansahen.

Konnten Sie das Astronomie-Museum Chile nur rechnergestützt entwerfen? Hätte es noch eine nicht-computerbasierte Alternative gegeben?

Ja und nein, denn der Entwurf findet zuerst im Kopf statt. Ich arbeite permanent daran, auch beim Autofahren, Schlafen oder Einkaufen. Dann mache ich mir, ziemlich altmodisch, Skizzen und beginne anschließend, meine Gedanken und Bilder in 3D umzusetzen. Da helfen moderne Werkzeuge allerdings gut, denn auch Visionen lassen sich darstellen, egal wie kompliziert sie sind.

Bei uns sind Sie künftig als BIM-Manager beschäftigt. Was macht die Gebäudedatenmodellierung aus Ihrer Sicht wichtig und was muss ein BIM-Manager mitbringen?

Unsere Technologie schreitet permanent voran und unsere Arbeitsweise als Architekten muss das auch. Wir haben die Aufgabe, immer effizienter und ressourcensparender zu werden. Dank der BIM- Technologie können wir das schaffen, denn Probleme werden im 3D-Modell vor der Realisierung des Bauwerks entdeckt und können berichtigt werden. Damit lässt sich Zeit und Geld einsparen. Auch die Wahl der richtigen Software während des Entwurfs und des Ausarbeitungsprozesses spart jede Menge Zeit. Ein BIM-Manager sollte meiner Ansicht nach innovativ sein, den Fortschritt stets im Auge behalten und die Bereitschaft haben, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen. Ein guter Sinn für die dritte und vierte Dimension sowie die Leidenschaft für die Architektur sind ebenfalls wichtig.

Herr Farahzadi, danke für dieses Gespräch!

Hier geht’s zum preisgekrönten Entwurf eines Astronomie-Museums in Chile:

http://www.heinze.de/architekturobjekt/astronomiemuseum-chile/12581214,67?f=337047945&s=7201&d=il&p=3&c=ao