Sep 30, 2015
BIMconvention 2015: BIM und Statik, BIM-Management, Kommunikation und BIM

Herr Esselborn gab mit seinem Ingenieurbüro ein anschauliches Beispiel für BIM im Planeralltag. Am Beispiel der Tragwerksplanung stellte Esselborn einen üblichen BIM-Projektablauf vor. Zu Beginn stehe das Konstruktions- bzw. Schalungsmodell zur Verfügung. Die Rohdaten (Dimensionen etc.) darin würden mit statikrelevanten Informationen wie Massen, Querschnitten aufgefüttert, bevor eine Reduktion auf ein analytisches Modell passiere. In diesem fänden Untersuchungen und Simulationen statt. Gründungsberechnung, Verformungen, Setzungen, Dämmungsstärken, Deckenbiegungen mit oder ohne gleitende Fugen, Baugrubendimension oder -verbau könnten zunächst virtuell entstehen, bevor es in die Praxis gehe. Weitere Vorteile bei BIM für Statiker wären: Bauablauf- und Bauzeitenplanungen, Kollisionsprüfung, Fugenplanung, Schalpläne und Bewehrung, Versandplanung der zu verschickenden Unterlagen, Fertigteilplanung. Esselborn ist zufrieden mit BIM. Es führe zu einer Qualitätssteigerung, könne Fehler am Bau vermeiden helfen und ist kostendeckend einsetzbar.

Marc Heinz gab eine BIM-Manager-Perspektive. Die neue Methode habe großen Nutzen, denn sie sei intuitiv zugänglich und Transparenz wie Weiterverwendung der Daten mache eine optimale Projektabwicklung wie auch -bewirtschaftung möglich. BIM brauche eine „Phase null“ zur gründlichen Konzeptionierung. Diesbezüglich bestimmten die Ziele den Weg der Planung und der Aufwand verschiebe sich entsprechend nach vorn. Zu Projektbeginn sei ein BIM-Lastenheft sinnvoll, aus dem ein Pflichtenheft erwachse und auch ein Projekthandbuch. Diese Grundlagen dienten zum BIM-Projektabwicklungsplan. Heinz stellte in der Folge die Prozesslandkarte vor, zeigte Rollen und Anforderungen, warf einen Blick auf die Nutzungsrechte der Informationen, präsentierte Zusammenarbeitsmuster und aktive wie passive BIM-Ziele bzw. BIM-Organigramme. Derzeit sieht Heinz vor allem Bedarf am Schulungen.

Dr. Ramirez kommt aus dem Hause formitas und erläuterte bzw. wiederholte wichtige Grundbegriffe. BIM erlaube es, zuerst virtuell zu planen, zu simulieren und danach zu bauen. Wichtig war ihm aber die Transparenz und Kommunikation im Bauprozess. BIM sei eine Methode, keine Software und es fände im gesamten Lebenszyklus des Gebäudes statt. Ramirez betonte auch den Unterschied zwischen Virtualisierung und bloßer Visualisierung (2D-Renderings). Virtualisierung habe einen bedeutend höheren Mehrwert. Es passiere mittels 3D wie BIM. 2D sei als Abfallprodukt (Plansätze) noch vorhanden. Man könne interagieren sowie mittels CAVE bzw. VR-Brille intuitive Zugänge sichern. Projektablaufplan und -handbuch würden helfen, das Rollenspiel im BIM-Prozess zu finden. Eine offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen seien wichtig, was vielerorten eine Änderung der Projektkultur erfordere.