Sep 30, 2015

Die erste Session bestritten drei Referenten. Herr Pilhatsch steht einem Vermessungsbüro vor und sprach über 3D-Laserscanning. Für Bestandsgebäude, Revitalisierungen, Denkmalpflege oder Nachverdichtungen seien 3D-Punktwolken optimal geeignet, denn im Millimeterbereich gelängen Abtastungen kleinster Details und Oberflächen. Eine Validierung des Bestands könne somit perfekt erfolgen und das 3D-Modell sowie 2D-Zeichnungen fielen aus der Punktwolke ab. Die BIM-Kompatibilität sei gewährleistet und das Modell problemlos in entsprechende Anwendungen überspielbar.

Herr Dr. Elixmann berichtete über den Rechtsrahmen bei Building Information Modeling und streifte die Themen Vergabe, Vertrag, Haftung und Honorar. BIM, so Elixmann, ist in Deutschland (immer noch) in den Kinderschuhen, obwohl es mehrerer Forschungsprojekte der Bundesministerien gibt. In Großbritannien hingegen werde die neue Planungsmethode 2016 zur Pflicht in öffentlichen Projekten. Der Jurist riet zu zweiseitigen Standardverträgen und empfahl, BIM als besondere Vertragsbedingung in die Vertragsanlage zu nehmen – u.a. sollten folgende Punkte durchdacht sein: Plattformen, BIM-Management, Leistungspflicht, BIM-Projektablaufplan, CAD- und BIM-Pflichtenheft und eine Rechtematrix. Elixmann hält die HOAI für eine ausreichende Grundlage, die Zusatzaufwendungen abzurechnen. Eine Erhöhung des Leistungssolls gäbe Raum hierzu und ein Honoraranteil aus späteren Planungsphasen könne ggf. vorgezogen werden. BIM schaffe Mehrwerte wegen der optimierten Planung und Nachnutzbarkeit des Modells (Facility Management), also sei auch für den Bauherren der finanzieller Aufwand angemessen.

Herr Jeurissen gab einen Praxisbericht und erläuterte, wie BIM im Entwurf funktioniert. Ein sog. „BIM Protokoll“ diene als Grundlage für Architekten und Bauherren. Es definiere Ziele, Wünsche, Anforderungen, Projektphasen, Modell, Informationstiefe, Software und Regeln der Zusammenarbeit. Ist dieser Rahmen gesteckt, werde ein architektonisches „Aspektmodell“ erstellt, das sukzessive mit Statik und  TGA zu einem Gesamtmodell heranwächst. Jeurissen stellte die Vorteile einer Kollisionsprüfung heraus, und hielt auch die einfache Massenermittlung für nützlich. Bei Bestandsprojekten, die durch einen Neubau ergänzt werden, spiele BIM diese Vorteile ebenfalls aus, denn Abbruchsmassen seien leicht zu bestimmen. Sein Fazit aus dem Planeralltag war entsprechend positiv: Fehler und Kosten seien minimierbar, BIM verbessere die Kommunikation der Projektbeteiligten und der Planungsstand sei stets in Echtzeit abbildbar.

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